Warum Du keine Schlaftabletten bei Einschlafproblemen nutzen solltest

Viele Deutsche nehmen bei Schlafstörungen Schlafmittel. Es gibt diverse Studien, die zeigen, dass Millionen Menschen in Deutschland Jahr für Jahr zu Schlaftabletten greifen. Forschungsinstitute gehen von fast 6% der Bevölkerung aus. In den USA sollen es sogar bis zu 25% sein.
Gerade im Alter nimmt die Einnahme nochmal zu.
Dabei bergen Schlaftabletten diverse Risiken für Dich und Deine Gesundheit.

Was beinhalten eigentlich Schlaftabletten?

Die am häufigsten verwendeten Substanzen, die in Schlafmitteln zum Einsatz kommen, stammen aus der Stoffgruppe der Benzodiazepine. Entdeckt wurden sie um 1960 und werden trotz laufender Forschung im Grunde heute noch ähnlich angewandt wie damals.
Benzodiazepine haben folgende Wirkung:

- Sie lindern Deine Ängste
- Deine Muskeln entspannen sich
- Krämpfe werden gelöst und verhindert
- Aggressionen werden gelindert
- Es wirkt sedativ, machen Dich also müde

Dabei kann die Wirkdauer je nach verwendetem Benzodiazepin stark variieren. Je nachdem wie schnell der Stoff von Deinem Körper wieder abgebaut wird, hält die Wirkung nur wenige Stunden bis zu über einem Tag an.
In den 1990ern sind auch noch weitere Wirkstoffe hinzugekommen, die nicht der Gruppe der Benzodiazepine entsprechen, aber dieselbe Wirkung auf Deinen Körper haben: Die sogenannten “Z-Substanzen”.

Zu Ihnen zählen Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon.

Diese wirken nicht so lange wie Benzodiazepine. Und auch die angstlösende Eigenschaft fehlt diesen Medikamenten. Als Vorteil wird ihnen dafür zugute gehalten, dass sie weniger stark abhängig machen.

Abhängigkeit durch Schlaftabletten

Halt, abhängig? Ja, richtig gelesen. Das wohl größte Argument gegen Schlafmittel ist die Tatsache, dass sie abhängig machen! Es wird geschätzt, dass ca. 1,5 Millionen Deutsche abhängig von Schlafmitteln sind. Und diese Zahl steigt jedes Jahr.

Dein Körper gewöhnt sich extrem schnell an die Eigenschaften der Schlaftabletten und die natürlich dafür vorgesehenen Stoffwechselfunktionen reichen irgendwann nicht mehr aus, um noch ein- und durchschlafen zu können.

Die Folge ist eine immer häufigere Einnahme und zunehmend höhere Dosen.

Nach dem Absetzen der Schlaftabletten kannst Du die erste Zeit nicht mehr gut einschlafen und bist tagsüber müde. Dein Körper hat sich an das Medikament gewöhnt und muss erst wieder lernen ohne dieses ausreichend Botenstoffe los zu senden. Daher verfallen viele Menschen direkt nach dem Absetzen dem Irrglauben, dass ihre Schlafprobleme wieder zurückgekehrt sind und greifen wieder zum Schlafmittel.

Hinzu kommt, dass die Einnahme von Schlafmitteln immer im Stillen - also “hinter zugezogenen Gardinen” geschieht. Es findet beim Konsum also kaum ein Dialog mit der Gesellschaft statt. Dies macht es viel leichter, die regelmäßige Einnahme zu rechtfertigen.

Das fehlende “Feedback” macht dich also sehr viel schneller von Schlaftabletten abhängig als es zum Beispiel bei Alkohol der Fall ist. Das ist der Hauptgrund, weswegen der Konsum von Schlaftabletten gefährlich schnell in die Abhängigkeit führen kann.

Häufige Nebenwirkungen

Die regelmäßige Einnahme von Schlaftabletten und die daraus resultierende Abhängigkeit wären vielleicht nicht so schlimm, wenn sie nicht auch eine Anzahl an Nebenwirkungen mit sich bringen würden.

Die Umkehrung des gewünschten Effekts haben wir ja bereits angesprochen. Dein Stoffwechsel gewöhnt sich an die Verwendung von Schlafmitteln und Dein Wach-Schlaf-Zyklus gerät aus der Balance. Zudem kehrt sich die Wirkung auch um. So berichten Schlafmittelkonsumenten davon, dass sie die Tabletten auch einnehmen müssen um tagsüber wach zu werden.

Durch die entspannende Wirkung wird auch Dein instinktiver Gefahren-Reflex verlangsamt. Was Dich üblicherweise nachts davor bewahrt, aus dem Bett zu fallen, wird ausgebremst. Dein Körper reagiert nicht mehr schnell genug. Es kann zu Stürzen kommen.

Gerade im Alter sind diese häufiger und können auch schon mal zu einem Knochenbruch bzw. einer anderen ernsthaften Verletzung führen.

Beeinflussung Deiner Schlaf-Phasen

Schlaftabletten beeinflussen Deine Schlafphasen. Üblicherweise durchläufst Du während einer Nacht wiederholt mehrere Phasen des Schlafs: Die Einschlafphase, den leichten Schlaf, den Tiefschlaf und die R.E.M.-Phase (Rapid Eye Movement). In der Tiefschlafphase erholst Du Dich am meisten und während des REM-Schlafs träumst Du.

Mit der Einnahme von Schlaftabletten wird Dein REM-Schlaf unterdrückt. In Deinen Träumen verarbeitest Du normalerweise die Dinge, die Dich beschäftigen. Das ist wichtig für Dein psychisches Gleichgewicht. Die Unterdrückung und Unterbrechung dieser Schlafphase wirkt sich also direkt auf Deine Stimmung aus und kann sogar bis hin zur Depression führen.

Während Du schläfst regenerieren sich Körper und Geist. Neue Immunzellen werden gebildet, es findet eine Entgiftung statt, Du verarbeitest das Erlebte. Hormone werden produziert. Das Durcheinanderbringen Deines Schlafrhythmus wirkt sich also langfristig auch auf Deine Gesundheit aus. Es kann bereits mittelfristig zu erheblichen Stoffwechselstörungen kommen.

Tod durch Überdosis?

Vielleicht ist das Erste, an das Du bei Schlaftabletten denken musst: “Eine Überdosis führt zum Tod.”

Ganz falsch ist das nicht.
Die von uns angesprochenen Schlafmittel (Benzodiazepine und Z-Substanzen) können Dich - sofern Du sie in normalen Dosen verwendest und die Packungsbeilage beachtest - jedoch in der Regel nicht umbringen. Dazu müsstest Du sie schon wie eine Packung Schokolinsen in großer Anzahl verputzen. Davon raten wir Dir natürlich ab. Die früher verwendeten Barbiturate waren in dieser Hinsicht wesentlich gefährlicher. Daher wurden sie auch fast vollständig von den modernen Schlaftabletten abgelöst und sind kaum noch am Markt zu finden.

Generell ist noch zu sagen, dass alle hier angesprochenen Schlafmittel rezeptpflichtig sind.

Schlafmittel sind nie die Lösung

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor, warum Du Schlaftabletten meiden solltest, ist auch, dass Schlafmittel nie die eigentliche Ursache heilen, die Deine Schlafstörungen verursacht. Schlafprobleme finden Ihren Ursprung nämlich sehr häufig in gesundheitlichen oder psychischen Ursachen. Wie immer ist es auch hier sehr viel wichtiger, die Ursache zu behandeln statt nur die Symptome.

Wir hoffen natürlich, dass Du keine Probleme damit hast, abends einzuschlafen. Und wenn doch, dann mach bitte einen weiten Bogen um Schlafmittel. Sie tun Dir auf die Dauer nicht gut!
In diesem Fall haben wir hier für Dich 30 Tipps, die Dir dabei helfen besser einzuschlafen

Schlaf gut!

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